Geschichte - Tag 21
Gemeinsam drücken sie den Hebel. Für einen Moment geschieht nichts – dann erklingt ein tiefes, sattes TACK. Das Herz der Zeit beginnt langsam wieder zu schlagen. Erst sanft, dann kräftiger. Die Zahnräder greifen ineinander, der neue Riemen funktioniert perfekt. “Puh, da bin ich aber erleichtert”, sagt Vedi. “Ohne dich wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen!” “Euch beiden helfe ich immer gerne. Ihr habt das Herz am rechten Fleck!”, entgegnet die Uhrmacherin. Genau in diesem Moment betritt noch jemand die Zeitkammer.
Der Weihnachtsmann steht im Eingang – der Bart zerzaust, die Mütze schief, die Schultern hängend. „Ich… ich glaube, ich war der Grund für all das Chaos.“, sagt er beschämt. „Ich wollte doch nur, dass alles rechtzeitig fertig wird. Dieses Jahr sind so viele Helfer krank, und ich dachte, wenn ich die Zeit ein kleines bisschen manipuliere, wäre es leichter für alle. Ich wollte helfen… und hab’s nur schlimmer gemacht.“
„Ich hätte auf dich hören sollen.“, murmelt er leise und wendet sich an die Uhrmacherin. „Und damals… damals, als du mich gewarnt hast – da hab‘ ich dich noch beschuldigt. Das war nicht richtig.“, fügt er mit einem immer größer werdenden Kloß im Hals hinzu. Ein Moment der Stille folgt, in dem nur das ruhige Ticken der Uhr zu hören ist.
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